Personalsuche in Zeiten der Digitalisierung

Gutes Personal ist rar. Das trifft besonders das Handwerk, aber auch viele andere kleine und große Unternehmen sind verzweifelt auf der Suche nach Fachkräften. Die Konditionen stimmen, die Aufgaben auch. Und trotzdem klagen viele Arbeitgeber:innen über leere Briefkästen, wenn es um Bewerbungen geht. 

Und da liegt auch schon das erste Problem: In Zeiten der Digitalisierung schickt kaum jemand eine Bewerbung per Post. Wer dem nicht Rechnung trägt und beispielsweise die Möglichkeit der Bewerbung per Mail oder ein Bewerbungstool bietet, verliert potenzielle Bewerber:innen, noch bevor bei diesen tatsächliches Interesse geweckt werden konnte.

Alles auf Anfang

Starten wir aber zu Beginn:  Das Unternehmen hat eine freie Stelle, das Gesuch ist erstellt. Los geht’s.

Natürlich kann die Art der Anwerbung neuer Mitarbeiter:innen nur schwer verallgemeinert werden. Jede Branche, jedes Unternehmen und jede Region steht zum Teil unterschiedlichen Herausforderungen gegenüber. Wichtig ist also immer:

Kennen Sie Ihre Zielgruppe!

Und erreichen Sie sie dort, wo sie sich aufhält. Heißt: Eine Auszubildende für Social Media-Management findet man vielleicht eher bei Instagram oder TikTok, einen Senior Specialist für Marketing Analytics sucht möglicherweise auf LinkedIn. Je nach Branche, Position und Alter sind unterschiedliche Plattformen sinnvoll. Was direkt zum nächsten Punkt führt:

Kennen Sie Ihre Möglichkeiten!

Die großen Jobportale dürften den meisten bekannt sein. Dass das world wide web neben StepStone, Indeed oder XING noch andere Möglichkeiten bietet, haben viele bisher nicht erkannt. Ob Google Ads, die Einbindung der Stellenanzeige auf der eigenen Website oder das Inserieren eines Jobangebots auf den Social Media-Kanälen. Auch hier gilt: Kennen Sie die Möglichkeiten und wählen Sie nach Ihren Zielen aus. Besser ein zielgerichtetes Vorgehen auf wenigen Ebenen als maximale Streuverluste durch eine zu breite Strategie.

Zusätzlich ist ein vollständiger und ansprechender Onlineauftritt nicht nur für die Außendarstellung potenziellen Kund:innen gegenüber unabdingbar. Auch Bewerber:innen recherchieren in der Regel online, um sich ein Bild des Unternehmens zu machen. Neben einer guten Website zählt dazu oft auch Präsenz in den sozialen Medien.

Im Jahr 2021 sind laut Studie von ARD und ZDF fast 67 Millionen Menschen online unterwegs.

Die richtige Ansprache!

Du oder Sie? Förmlich oder locker? Egal für welche Art der Ansprache Sie sich entscheiden, vergewissern Sie sich, dass es zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passt. Auch wenn der generelle Umgangston in sozialen Medien eher locker ist, sollten Sie sich nicht verstellen. Bleiben Sie sich treu. Das gilt auch für Bilder: Je realer und nahbarer die Bilder sind, desto ansprechender für Interessent: innen.

Wir sind online - wie geht's weiter?

Sie haben Ihre Anzeige geschaltet, jetzt heißt es abwarten und Tee trinken... Oder? Natürlich ist eine gewisse Kontrolle insbesondere bei der Wahl mehrerer Kanäle unabdingbar. Auch wenn eine spezifische Mail-Adresse als Kontakt genannt wird, kann es vorkommen, dass einige Bewerber:innen Ihnen beispielsweise direkt über den Facebook-Messenger antworten, kurze Rückfragen als Kommentare formulieren oder über die Website eine andere Mail-Adresse finden, an die die Bewerbung geschickt wird. Klären Sie deshalb unbedingt vorab die Zuständigkeiten und planen regelmäßige Überprüfungen der Kanäle ein. So beugen Sie Missverständnissen vor und zeigen gleichzeitig Professionalität und Strukturiertheit nach außen. Ein Unternehmen, welches erst Monate später auf eine Bewerbung antwortet, ist weder besonders attraktiv für Arbeitnehmer:innen, noch besonders effizient, denn viele Bewerber:innen haben in der Zwischenzeit möglicherweise bereits ein Angebot angenommen. 

Auch Einstellungsgespräche und Onboarding-Prozesse können digital funktionieren. Seien Sie auch hier offen für neue Wege. Der Bewerber oder die Bewerberin wohnt aktuell noch weiter entfernt und würde erst für die Stelle umziehen? Bieten Sie ein Video-Meeting zum Kennenlernen an. So können sich beide Seiten ohne großen Aufwand vorab ein Bild machen.

Ein letzter Tipp

Schließlich ist es in der digitalen Personalsuche wie in allen anderen Bereichen auch: Wer mithalten will, muss mit der Zeit gehen. Die Digitalisierung ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil: Sie schreitet rasant voran. Wer ein zukunftsfähiges Unternehmen führen möchte, muss sich daran orientieren. Egal ob großer Weltkonzern oder kleiner Handwerksbetrieb. Dazu zählen neben digitaler Personalsuche auch generelles digitales Arbeiten, wo möglich flexible Arbeitszeiten und ein vertrauensvoller Umgang miteinander.

Das sorgt nicht nur für zufriedene Angestellte, sondern letztendlich auch für mehr Produktivität.

 

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